autonomes Fahren in der Zukunft?

Autonomes Fahren – Was uns in Zukunft bewegt

Wir sind schon ein ganzes Stück weit gekommen, seit wir damals noch Ochse und Pferd vor Lastkarren gespannt haben. Heute transportieren wir Waren nicht mehr mit der Kutsche, sondern mit Auto und LKW von A nach B. Aber der Fortschritt macht für uns keinen Zwischenstopp – und so könnten wir bald nach den Zügeln auch das Lenkrad endgültig aus der Hand geben.

In diesem Blogbeitrag wollen wir einen kleinen Blick auf das Thema „Autonomes Fahren“ werfen und schauen, wie weit wir sind und ab wann unsere Autos uns als Fahrer nicht mehr brauchen.

Was bedeutet eigentlich Autonomes Fahren?

Die Formulierung „Autonomes Fahren“ wird für Fahrzeuge angewandt, die selbstständig fahren können, ohne dass ein Eingreifen des Fahrers während der Fahrt notwendig ist. Alle dafür erforderlichen Informationen aus der Umgebung werden über Sensoren bezogen und innerhalb von Sekundenbruchteilen im System verarbeitet. Das klingt auch heute noch nach Zukunftsmusik – der Vergleich zur Fluchtszene aus „Minority Report“, in der Tom Cruise auf einem Highway selbstfahrender Wagen von Dach zu Dach springt, drängt sich dabei auf.

Faktisch sind aber viele Fahrzeuge heute schon in Teilen autonom oder verfügen über verschiedenste Assistenzsysteme – kaum einer von uns ist heute am Steuer noch wirklich allein, häufig hat ein helfender Computer seine digitalen Hände mit im Spiel.

Autonomes Fahren: Ein Blick auf die verschiedenen Autonomiestufen

Die Kluft zwischen einem Bremsassistenten und einem vollständig autonomen Fahrzeug ist jedoch offenkundig – wann fährt ein Auto wirklich autonom? Wann sitzt in Wirklichkeit das Auto selbst am Steuer?  Als eine von vielen Institutionen hat sich etwa die „Bundesanstalt für Straßenwesen“ mit dem fahrerlosen Fahren beschäftigt und verschiedene Level an Autonomiestufen definiert:

  • Autonomiestufe 0Stufe „Selbstfahrer“, bei der alle Handlungen wie das Gas geben oder das Abbremsen vom Fahrer erledigt werden.
  • Autonomiestufe 1Stufe „Fahrerassistenz“, bei der verschiedene Assistenzsysteme den Fahrer unterstützen. Das können Tempomaten, Spurassistenten und viele andere Systeme sein.
  • Autonomiestufe 2Stufe „Teilautomatisierung“, bei der Autos autark einparken können, Bremsvorgänge einleiten oder auch Fahrmanöver korrigieren können.
  • Autonomiestufe 3Stufe „Bedingungsautomatisierung“, bei der der Fahrer nur noch einzelne Tätigkeiten vornimmt und ansonsten das System fahren lässt, bis sein Eingreifen von der K.I. eingefordert wird.
  • Autonomiestufe 4Stufe „Hochautomatisierung“, bei der das Fahrzeug dauerhaft autonom fährt und weitestgehend ohne Eingreifen des Fahrers auskommt.
  • Autonomiestufe 5Stufe „Vollautomatisierung“, bei der der Fahrer völlig obsolet ist. Typische Bedienelemente wie Lenkrad und Pedale sind ebenfalls überflüssig, das Fahrzeug steuert selbst bis zum Ziel.

Wo stehen wir heute auf dieser Liste? In Deutschland geht der Trend mittelfristig Richtung Autonomiestufe 3 – was natürlich (wie so ziemlich alles) erst einmal entsprechende Zulassungen erforderlich macht. Bei allen großen Plänen ist der digitale Fortschritt auch immer ein Aushandlungsprozess zwischen dem, was machbar ist und dem, was sich in der Realität umsetzen lässt.

Autonomes Fahren und die Ethik des Autos

Neben der technischen Umsetzung steht jedoch noch eine Reihe anderer drängender Fragen im Raum:

  • Wie sollte sich eine K.I. in Notfallsituationen verhalten?
  • Kann bei einem Unglück der Verlust eines Menschenlebens andere Leben retten?
  • Sollen in unvermeidbaren Situationen bestimmte Personen oder Altersgruppen besonders berücksichtigt werden?

Besonders brisant: Wer darf auf diese Fragen die Antworten geben? Wer definiert, wie autonomes Fahren zu sein hat? Die Ethik ist ein ganz eigenes Kapitel des autonomen Fahrens, das wir in diesem Beitrag allerdings weder komplett behandeln wollen noch können.

Keine Bremse für das autonome Fahren

Worauf wir uns aber einstellen sollten – das autonome Fahren ist mit quietschenden Reifen auf dem Vormarsch. Daran ändern auch gelegentliche Unfälle, wie etwa mit dem Tesla Model S, langfristig wahrscheinlich wenig. Am Ende muss autonomes Fahren vor allem sicher sein – sowohl für den Fahrer als auch für alle anderen Teilnehmer im Straßenverkehr.

Wir wissen, dass dieser Beitrag eine doch sehr ernste Note hatte – hoffentlich haben wir euch trotzdem für dieses Thema interessieren können. Bis zum nächsten Mal!

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