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TV Qualität
Warum war bei Apollo 11 die Videoqualität so schlecht?

Hätte man dieses historische Ereignis nicht mit der damals besten, zur Verfügung stehenden Technik aufzeichnen können? Warum bekamen die Zuschauer nur diese schlechten Bilder präsentiert?

LM, Conrad and the S-Band AntennaNatürlich wäre man technisch in der Lage gewesen, die ersten Schritte eines Menschen auf dem Mond in hervorragender Qualität zu filmen. Das Problem war aber nicht die Aufnahme, sondern die Übertragung der dabei anfallenden Datenmenge.


Für die Übertragung zur Erde wären eine große S-Band-Antenne (siehe Foto), oder mehrere kleine nötig gewesen, die Neil Armstrong zuerst hätte aufstellen und ausrichten müssen. Dann hätten aber die Zuschauer seinen historischen „Ersten Schritt“ verpasst. Die NASA und auch die Zuschauer wollten damals aber Live dabei sein. Man entschied sich deshalb dafür, die Videosignale über die kleine S-Band-Antenne der Mondlandefähre zu übertragen. So entstanden zwar keine schönen Aufnahmen, aber nur so war eine echte Live-Übertragung möglich.

LM with Earth above

Die S-Band-Antenne des Mondlanders war aber eigentlich für die Übertragung von Radiosignalen vorgesehen und nicht für die riesigen Datenmengen, die bei einer Live-Übertragung in Farbe anfallen würden. Deshalb musste ein Aufzeichnungsformat gewählt werden, das eine Übertragung über die kleine S-Band-Antenne ermöglichte.

Dazu musste die Bildauflösung auf 5% einer herkömmlichen Live-Farbübertragung reduziert werden. Das hatte natürlich Auswirkungen auf die Qualität des zu übertragenen Signals.


Die Apollo 11 schwarz/weiß Fernsehkamera zeichnete 10 fps (Einzelbilder pro Sekunde) bei 320 Zeilen auf. Fernsehgeräte in den USA verwendeten standardgemäß eine Auflösung von 30 fps bei 525 Zeilen (EIA Format). Das bedeutete nicht nur einen gewaltigen Qualitätsunterschied, die Aufnahmen waren zudem für Fernsehgeräte untauglich.

Bildausschnitt Apollo 11 Live-Übertragung

Um die Bilder in alle Länder der Welt übertragen zu können, mussten diese in den für Fernsehgeräte üblichen Standard umgewandelt werden. Dazu bediente man sich eines ganz einfachen Tricks.


Die vom Mond übertragenen Aufnahmen wurden auf einem 10 Zoll schwarz/weiß Monitor angezeigt und mit einer TV-Kamera abgefilmt. So konnte jeder Zuschauer Live dabei sein.


Bei der Aufzeichnung von Monitor zu TV-Kamera entstand durch Lichtspiegelungen auch der so genannte Ghost-Effekt. Die ausgestrahlten Bilder des kleinen Monitors spiegelten sich in der Linse der Kamera, wurden auf den Bildschirm zurückgeworfen und von der Kamera aufgenommen.

Anmerkung: Das Kommando-Modul verfügte über vier S-Band Antennen, deshalb waren bei allen Missionen Live-Übertragungen während des Fluges in erheblich besserer Qualität möglich.

 

 

Wer filmte Neil Armstrongs ersten Schritt?

View of MESA on LM mockup

Die Fernsehkamera befand sich auf der Modular Equipment-Stowage-Assembly (MESA).

Neil Armstrong musste einen Seilzug betätigen, um die MESA herunterzuklappen. Anschließend hat Aldrin die Kamera aus der Mondfähre heraus angeschaltet.

Auf diesem Modell der Mondlandefähre sieht man sehr gut die ausgeklappte MESA.

Noch mehr Aufnahmen der MESA finden Sie hier.

 

 

 

 

Bildausschnitt Apollo 11 Live-Übertragung

Nach Armstrongs historischen ersten Schritten wurde die Kamera abgebaut und auf einem Stativ in einigen Meter Entfernung von der Landefähre positioniert. Von dort aus wurden alle weiteren Aufnahmen von der ersten Mondlandung gefilmt und über die S-Band-Antenne zur Erde übertragen.

Lediglich das Objektiv wurde gewechselt, da während der ersten Übertragung ein extremes Weitwinkelobjektiv verwendet wurde.

 


Siehe auch: On Eagle´s Wings
  My Spacemuseum