Home

Kontakt Aktualisiert Forum Gästebuch Impressum Links
3. Mann
Apollo 1
Baupläne
C-Stein
Fadenkreuz
Fahne
Fenster
Film
Foto
Funkverkehr
Fußspur
Hintergrund
Horizont
Krater
Lichtspiegelung
Liveübertragung
Mondfähre
Mondgestein
Raumanzug
Rover
Rückstart
Schall
Schatten
Spotlight
Sprunghöhe
Staub
Sterne
Strahlung
Technologie
Teleskope
Tesafilm
TV Qualität
Tesafim auf dem Mond?
 
AS17-134-20469 EVA-3 close-out at the LM. Close-up of the LM flag decal.

Wurde die US-Flagge von den Nasa-Technikern mit Tesafilm an die Landefähre geklebt?

Die Temperaturen auf dem Mond betragen am Tage +130°C und in der Nacht -150°C.

Wie kann ein Klebeband diesen Extremen Temperaturunterschieden nur standhalten?

Verschwörungstheoretiker reden in Bezug auf die Kameras, Filme und auch das verwendete Klebeband gerne von "extremen Temperaturunterschieden". Dabei unterschlagen sie aber, dass zwischen Tag und Nacht auf dem Mond etwa 14 Tage liegen, also rund ein halber Monat!

Es handelt sich also weniger um eine "extreme Temperaturschwankung", als vielmehr um eine allmähliche Erwärmung der Mondoberfläche von ca. 20° C innerhalb von 24 Stunden. Bezogen natürlich auch nur auf Bereiche oder Objekte, die direkt der Wärmestrahlung der Sonne ausgesetzt sind.

Natürlich verwendete die NASA zur Befestigung der Fahne und der Goldfolie, mit der ein Großteil der Fähre umwickelt wurde, kein Tesafilm sondern Kapton-Klebeband, dass zuverlässig bei Temperaturen zwischen -270 °C und +400 °C funktioniert. Das Klebeband ist also hervorragend für Anwendungen mit hohen thermischen Anforderungen geeignet.

Bei anderen Gelegenheiten wurde Duct Tape verwendet. Dieses wasserdichte Gewebeband wurde 1942 entwickelt, um die Munitionskisten im 2. Weltkrieg gegen Feuchtigkeit zu versiegeln. Schnell erkannten die Soldaten damals die Vielseitigkeit  des Klebebandes und verwendeten es auch zur schnellen Reparatur ihrer Waffen, Jeeps und Flugzeuge. Nach dem Krieg wurde Duct Tape auch im Heizungs- und Klimaanlagenbau verwendet.

 

A close-up view of the lunar roving vehicle (LRV) at the Apollo 17 Taurus-Littrow landing site extravehicular activity (EVA). Note the makeshift repair arrangement on the right rear fender of the LRV. During EVA-1 a hammer got underneath the fender and a part of it was knocked off. Following a suggestion from Astronaut John W. Young in Mission Control Center at Houston, the crewmen reapired the fender early in EVA-2 using lunar maps and clamps from the optical alignment telescope lamp. Schmitt is seated in the rover. Cernan took this picture.

Später wurde dann die NASA auf das Klebeband aufmerksam und verwendet Duct Tape praktisch bei jeder bemannten Mission. Das Klebeband wurde zum Lebensretter bei Apollo 13, als die Mannschaft Klebeband zum Bau ihres provisorischen CO2 Filters benötigte.

Bei der letzten Mond-Mission verwendete die Mannschaft von Apollo 17 das Gewebeband, um einen Kotflügel des Moon-Rovers zu reparieren.

 

 

 

S114-E-6034 (2 August 2005) --- This image taken aboard the Shuttle Discovery shows the modifications the crew has made to a hacksaw they will carry with them during a spacewalk planned for Wednesday. The hacksaw could be used if needed to cut off a thermal protection system gap filler that is protruding from the underside of Discovery. Während der "Return to Flight" Mission STS-114 wurde mit Hilfe von Duct Tape eine provisorische Säge an Bord des Shuttles konstruiert, um damit notfalls störenden Reste des abgelösten Füllstoffes  zwischen den empfindlichen Hitzekacheln abschneiden zu können. Es war das erste Mal in der Geschichte der bemannten Raumfahrt, dass ein Shuttle im All repariert wurde. Die NASA hatte befürchtet, dass diese hervorgetretenen Reste beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre möglicherweise zu Komplikationen hätten führen können und sich für eine Reparatur entschieden. Allerdings gestaltete sich die Reparatur einfacher als gedacht. Die Reste konnten einfach mit den Fingern herausgezogen werden und die Säge wurde nicht gebraucht.

 

The "Angry Alligator" docking target that failed to completely deploy during the GT-9 mission

Bei der Mission von Gemini 9 hat die NASA allerdings auch einmal schlechte Erfahrungen mit Klebeband machen müssen.

 

Thomas Stafford und Eugene Cernan konnten damals nicht mit ihrem Zielsatelliten ATDA koppeln, weil sich dessen Nutzlastverkleidung nicht vollständig gelöst, sondern nur aufgeklappt hatte. Die teilweise gelöste Verkleidung schien die Besatzung wie das halb offen stehende Maul eines Alligators höhnisch anzugrinsen.

 

Bei der späteren Untersuchung kam heraus: Beide Teile der Nutzlastverkleidung waren mit Klebeband an der Basis gesichert worden und eigentlich sollte das Klebeband bei der Zündung der Pyropatronen zerreißen, was bei den vorangegangenen Missionen auch ausgezeichnet funktioniert hatte, nur nicht bei Gemini 9.

 


Siehe auch: Klebeband im All