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Auch hier auf der Erde
springt kein Mensch
aus dem Stand
über 2 Meter hoch. Selbst unsere Hochspringer könnten das
nicht. Sprünge über solche Höhen gelingen nur deswegen,
weil die Athleten sich waagrecht drehen und den Schwung
des Anlaufs ausnutzen, der ihre Körper nach Außen
beschleunigt. Außerdem haben sie natürlich entsprechende
Kleidung an, welche die Bewegungsfreiheit des Körpers kaum
einschränkt.
Ein Apollo Astronaut wog im
Durchschnitt ca. 80 Kilogramm, der Raumanzug zusammen mit
dem Lebenserhaltungssystem (PLSS) 81 Kilogramm. Das macht
zusammen 161 Kilogramm und in der sechsfach reduzierten
Schwerkraft nur noch 26,8 Kilogramm. Warum sollte man da
keine großen Sprünge machen können?
Ganz Einfach: Auch
wenn das Gewicht der Astronauten und deren Ausrüstung
durch die geringere Schwerkraft des Mondes reduziert sind,
bliebt doch deren Masse gleich.
Wie, was?
Gewicht
und Masse?
Gibt es da einen Unterschied?
Das Gewicht eines
Gegenstandes oder eines Astronauten ist die Kraft, mit der
die Schwerkraft auf ihn einwirkt. Die Masse hingegen ist
unabhängig von seinem Ort immer die selbe. Auf dem Mond
wiegen die Astronauten deshalb weniger als auf der Erde,
weil die Schwerkraft dort etwa ein Sechstel der
Erdschwerkraft beträgt. Ihre Masse hingegen wäre aber immer noch dieselbe.
Will ich nun eine Masse
bewegen, ein Sprung wäre ja genau das, müsste ich Kraft
aufwenden. Dieser aufgewendeten Kraft wirkt ein
Widerstand, die Trägheit, entgegen. Und da sich die Masse
eines Astronauten ja nicht verändert hat, ist die
aufzuwendende Kraft zur Überwindung der Trägheit auf dem
Mond genauso groß wie auf der Erde.
Wie hoch würde ein Astronaut
mitsamt seiner schweren Ausrüstung auf der Erde springen
können? Sollte es ihm bei dem Gewicht überhaupt möglich
sein vom Boden abzuspringen, läge die erreichte Höhe mit
Sicherheit unter 5 cm. Auf dem Mond, bei 1/6 der
Erdschwerkraft, würde er bei gleicher Muskelkraft etwa
sechs mal so hoch springen können wie auf der Erde. Die
ungefähre Sprunghöhe läge also bei 30 bis 40 Zentimetern.
Die mögliche
Sprunghöhe lässt sich aber auch anhand
dieses einfachen physikalischen Modells berechnen.
Im Video der Apollo 11
Mission kann man sehen, dass Neil Armstrong bis auf die dritte Stufe der
Mondlandefähre hinauf gesprungen ist, also knapp 1,5
Meter hoch. Allerdings hat er dabei seine Arme benutzt und
sich somit mehr oder weniger hinaufgezogen.
Er berichtete nach der
Mission,
dass er bei hohen Sprüngen dazu neigte rückwärts
überzukippen. Ein Sturz auf den Rücken hätte das
PLSS
beschädigen können, was natürlich lebensgefährlich gewesen
wäre und zu einem sofortigen Missionsabbruch geführt
hätte.
Hierzu eine Anmerkung von
Ulrich Trettner:
Auf der Raumstation
ISS würde ein Hammer schwerelos durch
die Module schweben. Er hat somit kein Gewicht. Würdest du
dir damit auf den Daumen hauen, so wäre die Beule genauso
groß wie auf der Erde, obwohl der Hammer an sich nichts
wiegt. Denn auch mit einem gewichtslosen Hammer wäre es
natürlich möglich, auf der
ISS einen Nagel in die Wand zu
schlagen.
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