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Müsste sich der Raumanzug im Vakuum nicht aufblasen?
 

Nein, natürlich nicht, da so ein Arbeiten und auch die Rückkehr ins Raumschiff unmöglich wären. Diese Probleme traten beim ersten Weltraumspaziergang des Russen Alexey Leonow auf. Eine Rückkehr ins Raumschiff war nur möglich, weil er den Druck des Raumanzuges so lange abgelassen hat, bis er wieder durch die Einstiegsluke passte. Seit dem hat man aber viel dazu gelernt.

The Commander for the Apollo 17 Mission, Eugene Cernan is shown during a final flight suit fit check at the ILC Industries Inc. Plant at Dover.

Der Raumanzug muss den Innendruck gegenüber dem Vakuum halten, darf sich aber natürlich nicht aufblasen. Außerdem muss er die Körperwärme des Astronauten abführen können, Mikrometeoriten abwehren und vor der Kälte des Weltraumes sowie der Hitze der Sonne schützen. Um seine Aufgaben erfüllen zu können, besteht der Raumanzug deshalb aus 21 verschiedenen Schichten. Zwei innere Schichten sind allein für die Kühlung des Astronauten nötig, denn auch bei der Arbeit im Weltraum produziert ein Mensch Körperwärme welche abgeführt werden muss, um den Organismus nicht zu überhitzen. Darüber befinden sich druckfeste Lagen aus Kunststoff. Diese geben dem Raumanzug seine Form und verhindern, dass dieser sich aufbläst. Mehrere thermische Schichten verhindern eine Überhitzung auf der Sonnenseite und eine Abkühlung auf der Schattenseite. Der Raumanzug ist so konstruiert, dass er Temperaturen von über +120°C bis unter -150°C aushalten kann. Die Temperaturunterschiede auf der Sonnen- und Schattenseite stellen eine enorme Belastung des Anzuges dar, das Gewebe dehnt sich aus und zieht sich zusammen, was sich natürlich auf die verschiedenen Materialien auswirken würde. Um sich vor Einschlägen von Mikrometeoriten zu schützen, sind die äußeren Schichten aus Teflonummanteltem Glasfibertuch. 

Harrison Schmitt undergoes final flight fit checkout and integration of the Apollo 7-L spacesuit.Um sich überhaupt in diesem Anzug bewegen und arbeiten zu können ist es nötig, den Innendruck möglichst minimal, bei ca. 0,3 Bar, zu halten. Je höher der Druck, desto größer ist der Kraftaufwand der benötigt wird, um z.B. seine Arme zu bewegen. Nehmen sie einen länglichen Luftballon und blasen sie ihn voll auf. Versuchen sie ihn anschließend in der Mitte zu knicken. Das selbe machen sie mit einem nur zur Hälfte aufgeblasenen Ballon - der Kraftaufwand beim Knicken ist erheblich geringer. Zusätzlich sind in den Raumanzug Gelenke eingebaut, um so die Bewegungen zu vereinfachen. Auch das kann man mit einem langen Luftballon simulieren. Schiebt man nach dem Aufblasen Ringe über den Ballon, lässt er sich leichter knicken.

 


Siehe auch: ILC Industries
  Marcus Haas
  DLR