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Warum hat das Triebwerk bei der Landung keinen Krater erzeugt?
 
Artist concept of Apollo Lunar Mission Touchdown on Lunar Surface

Diese Illustration eines NASA-Künstlers aus dem Jahr 1966 zeigt, dass auch die Raumfahrtbehörde vor den ersten Mondlandungen davon ausging, dass das Triebwerk der Landefähre einen Krater in den Boden brennen würde. Allerdings wusste man damals auch noch sehr wenig über den Mond und die Beschaffenheit seiner Oberfläche.

Wenn die NASA also davon ausging, dass bei der Landung ein Krater entstehen würde, warum hat sie dann im Filmstudio die Krater weggelassen?

 

LM skirt / descent engine nozzle

Das verwendete Triebwerk der Landestufe verfügte über eine regelbare Schubkraft zwischen 4,658 KN und 46,581 KN. Bei vollem Schub des Triebwerks hätte die Landestufe sicherlich einen Krater in den Mondboden gebrannt. Nur wurde während des Abstiegs der Schub immer weiter gedrosselt, weil andernfalls eine Landung auch gar nicht möglich gewesen wäre!

 

Um sich in der kritischen Endphase der Landung auf eine einzige Dimension konzentrieren zu können wurde versucht, die letzten etwa hundert Meter möglichst senkrecht abzusteigen. Die horizontale Geschwindigkeit lag noch bei ~1,2 m/s. Kurz vor dem Aufsetzen wurde die dünne Staubschicht vom Triebwerk weggeblasen. Sobald nur eine der drei 1,7 Meter langen Sensoren der Landefüße Bodenkontakt signalisierten (Contact Light), konnte das Triebwerk vom Piloten manuell  abgeschaltet werden. So konnte also kein Krater entstehen.

 

LM descent engine bell and exhaust rays in lunar soil

Auf dem Bild links sieht man allerdings eine Verfärbung des Bodens, die durch die große Hitze während des Abstiegs entstanden ist.

Außerdem erkennt man deutlich die Rille, die eine der Bodenberührungssonden nach dem Wegknicken erzeugt hat.

 

 

Senkrechtstarter

Auch die Strahltriebwerke eines Senkrechtstarters erzeugen beim Start oder der Landung auf der Erde keinen Krater. Die Triebwerke haben, je nach Ausstattung, eine Schubkraft von bis zu 105,8 KN!

Mehr als die doppelte Leistung eines Triebwerkes der Mondlandefähre!

 

Übrigens: Der Erstflug des Senkrechtstarters HS Harrier erfolgte schon im Jahr 1966. Die erste Serienmaschine flog im Dezember 1967. Versuche mit anderen Typen gehen auf das Jahr 1960 zurück.  Die HS P. 1127  (Krestel) hob damals zum ersten Senkrechtstart ab.

 


Siehe auch: Flugzeuglexikon