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Wurde Gus Grissom ermordet?

Portrait of Apollo 1 prime crew for first manned Apollo space flight. Left to right, are Astronauts Edward H. White II, Virigil I. Grissom, and Roger B. Chaffee.Am 27. Januar 1967 kamen die drei Astronauten Gus Grissom, Ed White und Roger Chaffee, bei einem Brand in ihrer Apollo Raumkapsel, an der Spitze einer Saturn 1-B Rakete ums Leben.

Laut Untersuchungsausschuss ist die Ursache des Feuers vermutlich in einem elektrischen Kurzschluss zu suchen. Hartnäckig halten sich Gerüchte, dass diese Katastrophe kein Unglück, sondern Sabotage war. Wollten die Russen das Programm der Amerikaner verzögern, oder wollte die NASA Gus Grissom am Reden hindern und aus dem Weg räumen?

Welche Beweise gibt es eigentlich, die diese Mordtheorie bestätigen könnten?

Sicherlich hätten die Russen Vorteile durch eine Verzögerung des amerikanischen Programms gehabt. Wie aber hätten sie diesen Sabotageakt bewerkstelligen sollen? In einem in der P.M erschienenen Bericht behauptet Scott Grissom, der Sohn des verstorbenen Kommandanten Gus Grissom, dass er während einer Besichtigung der Überreste in der ausgebrannten Raumkapsel unter einem Kippschalter ein Metallplättchen gefunden hätte. "Füllen Sie Ihre Garage mit 100 Prozent Sauerstoff, schließen Sie Ihren Wagen kurz, und lassen Sie den Anlasser laufen, bis der Pluspol zu schmelzen beginnt - dann haben Sie genau das, was vor 35 Jahren auf Rampe 34 passierte", behauptet Grissom in der P.M Für ihn sind die Russen die wahrscheinlichsten Saboteure. Allerdings wurden sie nie offiziell beschuldigt, weil dies wahrscheinlich den dritten Weltkrieg ausgelöst hätte. Na ja...

Ich frage mich nur, wo er dieses Plättchen denn gefunden hat. Die verbrannte Raumkapsel wurde nach kriminalistischen Methoden abgebaut. Sie wurde in ihre Komponenten zerlegt, jedes einzelne Teil wurde nummeriert und mit denen einer intakten Raumkapsel verglichen.

An officer stands guard in front of the disassembled Apollo 204 CM

Er konnte kein Metallplättchen unter einem Kippschalter finden, weil das Raumfahrzeug nicht mehr zusammengebaut, sondern in seine sämtlichen Einzelteile zerlegt war (Bild links). Jeder Schalter wurde aus der Konsole ausgebaut, zerlegt und untersucht. Jedes einzelne Bauteil wurde unter die Lupe genommen. Schließlich wollte man den Ursprung des Feuers ermitteln.

P.M ist da anderer Meinung: Gus Grissom stand dem Apollo Projekt sehr skeptisch gegenüber. Er bemängelte ständig den technischen Stand des Raumfahrzeugs. Während einer Pressekonferenz hängte er sogar eine Zitrone an die Kapsel, um auf deren schlechten Zustand hinzuweisen. Grissom war ein Mann, der keine Angst kannte und kein Blatt vor den Mund nahm. Er hatte viele Feinde in der NASA und auch schon Morddrohungen erhalten. Er lebte in der ständigen Gefahr, eines Tages Opfer eines Verbrechens zu werden. Außerdem hatte er Vorahnungen. So soll er laut P.M seiner Frau gesagt haben: "Sollte es jemals einen ernsten Unfall im Raumfahrtprogramm geben, werde ich das Opfer sein."

Apollo 204 command pilot Virgil I. Grissom inspects spacecraft equipment during a visit to North American Aviation in Downey

Genau - und ein paar Tage später machen seine Feinde kurzen Prozess und ermorden ihn und seine beiden Kollegen auf der Spitze eine Rakete. Auffälliger geht es wohl nicht! Außerdem bleibt noch zu klären, wie sie den Brand ausgelöst und anschließend vertuscht haben. Es müsste den Verantwortlichen doch klar gewesen sein, dass ein Untersuchungsausschuss eingesetzt werden würde und das sich das Programm um mehrere Monate verzögern wird. Hätte man da nicht besser einen Autounfall inszenieren können, oder irgend etwas anderes, dass das Programm nicht gefährden würde?

Nicht nur Gus Grissom hat die Fehler des Raumfahrzeuges bemängelt, sondern auch viele seiner Kollegen. Wally Schirra, genau wie Grissom ein Mercury Astronaut, hielt genauso wenig mit seiner Kritik hinterm Berg. Schließlich waren sie es, die mit diesem Gerät in den Weltraum fliegen sollten. Deshalb haben sie sich aber keine Feinde gemacht und auch für irgendwelche Mordversuche gibt es keine Beweise. Sie haben dazu beigetragen, dass Raumfahrzeug besser und sicherer zu machen.

Bis zu diesem Brand war die Apollo Kapsel ein gefährliches Fluggerät. Einmal zersprang bei einem Test die Düse des Haupttriebwerkes, einmal riss der Hitzeschild, das Kontrollsystem der lebenserhaltenden Einrichtungen wies 200 einzelne Mängel auf und am gesamten Raumschiff belief sich die Zahl der Fehler auf etwa 20 000. Wer würde da nicht meckern? Aber wird man deshalb gleich ermordet?

Ein Untersuchungsausschuss, der aus 1500 Leuten aus der NASA, anderen Regierungsstellen, Universitäten und Industriegruppen bestand, half bei der Analyse und gab Empfehlungen für die weitere, erfolgreiche Entwicklung des Apollo-Raumfahrzeugs. Die Ursache des Unglücks ist in einem elektrischen Kurzschluss zu suchen. Wo genau dieser Kurzschluss aufgetreten und das Feuer ausgebrochen ist, konnte aber nicht mehr genau ermitteln werden.


Siehe auch: Report of Apollo 204